Anelia Tontschewa lebt und arbeitet seit 15 Jahren in den USA. Die Malerin und Schriftstellerin hat die enge Beziehung zu Bulgarien nie aufgeben wollen. Und so unterrichtete sie zu Beginn ihres Emigrantendaseins in Boston an der dortigen bulgarischen Schule. Nebenbei investierte sie viel Zeit und Geld, um die bulgarische Folklore in Boston populärer zu machen. Und so entstand ihr erster Roman „Die mystische Emona“.
Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen der Waldfee Emona und einem amerikanischen Maler. Die Romanhandlung spielt im kleinen Küstendorf Emona, gelegen an der bulgarischen Schwarzmeerküste dort, wo die steilen Abhänge des Balkangebirges ins Wasser gehen. Der Roman erschien auf dem US-Markt und in Großbritannien mit der Unterstützung der Schriftstellerin Rebecca Carter und unter dem gemeinsamen Pseudonym Ronesa Aveela.
Unter dem Pseudonym Ronesa Aveela ist Ende Mai auch das zweite Buch der Bulgarin Anelia Tontschewa erschienen: „Licht, Liebe, Rituale“. Diesmal handelt es sich aber nicht um Schöngeistliteratur, sondern um Fachliteratur – Anelia Tontschewa schildert die bulgarischen Folkloretraditionen und Bräuche samt ihrer Symbolik und Ursprung. Das Band ist reichlich bebildert. Anelia Tontschewa hat für tolle Illustrationen gesorgt. Spricht dieses Thema das amerikanische Publikum überhaupt an?
„Nach dem ersten Roman „Die mystische Emona“ bekamen wir reichlich Post“, erinnert sich Anelia Tontschewa. „Die meisten Leser teilten uns mit, dass sie durch den Roman zum ersten Mal Bulgarien besucht haben, zum ersten Mal etwas über unser Land erfahren haben, zum ersten Mal in den Alltag der Bulgaren eintauchen konnten. Ich bin fest der Überzeugung, dass man so ein positives Bild von Bulgarien vermitteln kann, das Interesse nach mehr weckt. Meine Coautorin, die sich ebenfalls für die bulgarische Folklore interessiert, brachte mich auf die Idee, ein zweites Buch herauszugeben, um die Legenden, Lieder, Tänze und so viel anderes mehr zu erzählen. Wir haben es in vier Kapiteln geteilt und erzählen darin über zwölf Rituale. Das Legendenbuch stieß bereits auf Interesse in Spanien, Neuseeland und Südafrika und soll bald dort erscheinen.“
Wenn man es ganz genau nimmt, dann können daraus auch die Bulgaren selbst viel lernen. Insbesondere die jungen Menschen sind mit unseren Folkloretraditionen gar nicht vertraut, meint die Buchautorin. Und meint in erster Stelle die Bulgaren, die seit vielen Jahren im Ausland leben. Trifft das auch für Boston zu, wo Anelia Tontschewa lebt?
„Die bulgarische Gemeinschaft in Boston ist sehr gut organisiert und wir feiern alle großen Festtage gemeinsam“, berichtet Anelia Tontschewa. „Kürzlich war es Zeit für die Rosenernte und wir organisieren seit fünf Jahren ein Rosenfest. Die Idee dazu hatten natürlich Bulgaren, die aus Kazanlak kommen, aus der Hauptstadt der bulgarischen Rosen so zu sagen. Zum Rosenfest kommen aber nicht nur Bulgaren, sondern auch viele Amerikaner“, erzählte uns abschließend Anelia Tontschewa, die seit Jahren in den USA lebt und arbeitet.
Deutsche Fassung: Vessela Vladkova
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