Bulgarien hat es recht schnell geschafft, der von der Katastrophe betroffenen benachbarten Türkei Hilfe zu leisten. Bisher wurden drei Flüge mit Hilfssendungen realisiert. Spontan haben Bürger und Organisationen Spendenaktionen für die Verletzten in der Türkei und in Syrien organisiert. Der Verleger Manol Pejkow, der für die Ukraine umfangreiche Sendungen mit Generatoren organisiert hat, konnte binnen 24 Stunden mehr als 150.000 Euro an Spenden sammeln. Eigene Initiativen haben das Bulgarische Rote Kreuz, Lasar Radkow von der Initiative „Flaschendeckel für die Zukunft“, die Stiftungen gorata.bg, BCause, das Nationale Hilfsnetz für die Kinder, UNICEF, International Rescue Committee, die in Syrien arbeiten und World Food Programme gestartet. Rettungsteams und einzelne Bürger sind in die Türkei gereist, darunter Bergretter mit Hunden, 27 Paramediziner, Höhlenretter und ausgebildeten Freiwillige aus Plowdiw und Sofia.

Dr. Elissaweta Gentschewa, die schon 1999 das große Erdbeben in der Türkei miterlebt hat, ist als Ärztin des Feldkrankenhauses „Hygia“ erneut bereit, zu helfen. Es sei gut, dass der bulgarische Staat so schnell das Entsenden von Rettungsteams und Freiwilligen organisiert hat, um unter den Trümmern nach Überlebenden zu suchen, sagte sie in einem Interview für den Bulgarischen Nationalen Rundfunk.
"Hoffentlich finden sie mit Hilfe der Spürhunde so viele Menschen wie möglich. Nicht weniger wichtig sind die Teams aus Chirurgen, Traumatologen und Psychologen, denn nicht nur die körperlichen Traumata sind extrem schwer, sondern auch die seelischen. Die Spezialisten, die dorthin gehen, müssen daher emotional motiviert sein, ihre Anteilnahme bei ihrer Arbeit spürbar sein."
Die Bulgaren empfinden lobenswerte Empathie für das Leid der betroffenen Menschen und danken Gott, dass das Unglück diesmal an ihnen vorbeigegangen ist. Doch es ist die Zeit gekommen, dass jemand die Wahrheit über den Zustand der bulgarischen Gebäude sagt und über die Bereitschaft, auf eine solche Katastrophe zu reagieren.
„In Bulgarien ist die Reaktionsbereitschaft nach starken Erdbeben gleich null“, behauptet der Bauingenieur Dimitar Kumanow. In einem TV-Interview für Nova sagte er, dass es massenweise, auch beim Neubau, Lücken und Kompromisse bei der Sicherheit gebe. Bei den Plattenbauten werde von einem sehr guten seismischen Verhalten ausgegangen. Das Problem sei jedoch, dass sie durch eigenwillige Abrisse, Rekonstruktionen, Reparaturen, dem Entfernen ganzer tragender Wände und dem Bohren von unzähligen Löchern geradezu zu Hackfleisch gemacht wurden. Das seien extrem schädliche Einwirkungen, so dass im Moment niemand sagen könne, wie hoch die Sicherheit von Plattenbauten ist, warnt der Bauingenieur. Dimitar Kumanow geht auch auf die sogenannte Zertifizierung der Gebäude ein, ein Prozess, der bereits abgeschlossen sein sollte, begleitet von Sicherheitsüberprüfungen. Allerdings bezweifelt er, dass er vorangekommen ist. „Selbst die Krankenhäuser werden nicht kontrolliert und haben einen solchen Gebäudepass nicht“, sagt der Bauingenieur.

„Die sogenannten Gebäudeuntersuchungen sind ein kompletter Betrug. Sie finden nur auf dem Papier statt“, behauptet der Experte und fügt hinzu, dass das Verfahren nicht nur formal ist, weil sich niemand die Mühe macht, tatsächlich zu untersuchen, was in den entsprechenden Wohnblöcken manipuliert wurde, sondern es wird auch viel Geld verschwendet. Dimitar Kumanow weigert sich, Prognosen aufzustellen, was in unserem Land im Falle eines starken Erdbebens passieren würde, betont aber, dass wenn der Staat die notwendigen Maßnahmen ergreift, mit wenig Geld Tausende von Menschenleben gerettet werden können und mit etwas mehr Geld viele Gebäude erhalten werden können.
Zusammengestellt: Diana Zankowa
Übersetzung: Georgetta Janewa
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