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Die Webseite https://bulgar.berlin gewinnt immer mehr Anhänger

Foto: bulgar.berlin

Der virtuelle Raum, in dem man Informationen über bulgarische Restaurants in Berlin, über Dienstleistungen bulgarischer Handwerker sowie Adressen und Telefonnummern bulgarischer Ärzte in Deutschland finden kann, ist das Werk zweier Bulgaren, die sich vor etwa zehn Jahren in Deutschland niedergelassen haben.

Doch https://bulgar.berlin ist nicht nur eine Informationsseite, sondern auch ein Ort, an dem man von Literaturlesungen und Wettbewerben sowie von beruflichen Kursen erfahren kann, die in Bulgarien organisiert werden und Bulgaren unterstützen, die sich entschließen, die Heimat zu verlassen und im Ausland Fuß zu fassen.


Die Initiative stammt von Weneta Tersiewa und Valentin Grigorow, die sich ursprünglich vornahmen, „eine wärmeres bulgarisches Umfeld zu schaffen, in dem jeder sich ausdrücken und sein Schaffen zeigen kann“. Inzwischen helfen sie Neuankömmlingen, ihre Dokumente zu legalisieren, und leisten Unterstützung bei der Wohnungssuche und Arbeitsaufnahme.

„Ohne Sprachkenntnisse ist es unmöglich, hier überhaupt etwas anzufangen, und die meisten von uns kommen, ohne Deutsch zu sprechen – jemand muss sie also anleiten“, erzählte Weneta Tersiewa. Und Valentin Grigorow ergänzte:

Weneta Tersiewa und Valentin Grigorow

„Wir können ihnen bei einigen Dingen helfen – zum Beispiel, wie man eine Adressanmeldung vornimmt, denn das ist hier das Wichtigste.“

Weneta Tersiewa fügte hinzu, dass Wohnung und Job von entscheidender Bedeutung sind, denn ohne sie könne ein Ausländer in Deutschland kein eigenes Bankkonto eröffnen, und der Weg zur beruflichen Verwirklichung sei völlig undenkbar. Valentin Grigorow erläuterte die Idee, die hinter der Einrichtung dieser Webseite steckt:


„Wir möchten auf der Internetseite Bulgaren vorstellen, die in verschiedenen Bereichen in Berlin tätig sind – Ärzte, Zahnärzte, Restaurantbesitzer, bulgarische Geschäfte – die gesamte Information soll vorhanden sein, damit ein neu angekommener Bulgare, wenn er liest und erfährt, wo es andere Bulgaren gibt, die ihm helfen können, sich an sie wenden kann. Und es ist für ihn auch viel angenehmer und beruhigender, zu einem Arzt zu gehen, der Bulgarisch spricht und sein Problem versteht. Das ist unser Ziel! Noch haben wir es nicht vollständig erreicht, aber wir ergänzen die Seite ständig.“


Der virtuelle Raum wurde als Nachschlagewerk für Dienstleistungen, Ideen und Kreativität konzipiert, erläuterte Weneta Tersiewa. Die Informationen über Anschriften und Kontakte sollen kostenlos bleiben, damit jeder, der sie benötigt, darauf zugreifen kann. Doch auch Bulgaren, die bereits in Deutschland leben, aber in die Heimat zurückkehren möchten, können von der Plattform Unterstützung erhalten.


Beim Ansehen der Webseite wird man unweigerlich von den Geschichten erfolgreicher Bulgaren beeindruckt sein – dort, weit weg von der Heimat. Und während man in die Zeilen eintaucht, die ihren Lebensweg beschreiben, ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich inspirieren lässt und den Entschluss fasst, seinen eigenen Träumen zu folgen. Das Sammeln der nötigen Informationen jedoch ist ein äußerst schwieriger Prozess.

„Wir sind bisher die einzige Informationswebseite dieser Art. Wir verfolgen ständig, was die Menschen lesen und was sie interessiert, und immer mehr Bulgaren erfahren von dieser Webseite. Natürlich werden wir bald zusätzliche Hilfe brauchen. Kürzlich haben wir Kontakt zur Bulgarisch-Deutschen Studentenvereinigung ‚Hashove‘ in Berlin aufgenommen – junge Leute, die nicht nur studieren, sondern mit viel Elan in verschiedenen Bereichen tätig sind. Sie zeigten Interesse, sich mit uns zu vernetzen, und einige von ihnen wollen uns künftig unterstützen“, freut sich Weneta Tersiewa.

Weneta Tersiewa mit Eli Baschewa und  Lilli Spassowa von der Exekutivagentur für die Auslandsbulgaren

Während die Webseite ihren Informationsumfang kontinuierlich ausbaut, erhält sie allmählich auch die Unterstützung des Bulgarischen Kulturinstituts in Berlin. Die Bulgarische Nachrichtenagentur BTA beginnt, alle Artikel der Plattform zu veröffentlichen, und die Exekutivagentur für die im Ausland lebenden Bulgaren übernimmt in diesem Jahr die Schirmherrschaft über das von Valentin und Weneta organisierte Literaturforum „Sofia–Berlin“. So wurde das virtuelle Portal kürzlich zu Recht in die Liste der bulgarischen Kulturvereine im Ausland aufgenommen.


Übersetzt und veröffentlicht von Rossiza Radulowa

Fotos: bulgar.berlin, Exekutivagentur für die Auslandsbulgaren



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